Freitag, 11. September 2009

Vaters Verzweiflung

Mutter hat angerufen, aus dem Virtuellen. Ich habe sie in meinem Hirn gehört:
"Dein Vater sagt: 'Der ist nicht von mir!' So ein verlogenes Schandmaul! Was bildet der sich ein. Ich habe nicht mit anderen Männern geschlafen. Du bist von ihm. Er ist derjenige, der Fremdgegangen ist und nicht ich."

Sie klingt krank. Seelisch krank. Gekrängt und wahnsinnig. Sie projeziert alles auf sich.
Vater ist alt und gebrechlich. Ein 77 jähriges Waisenkind mit einem Herzinfarkt, der an den Tod denkt und auf ihn wartet. Sein einziger Sohn hat ihn enttäuscht. Sowie beruflich, als auch menschlich. Denn sein Sohn ist schwul und dass will er nicht wahrhaben. Er hat es ihm nicht gesagt, aber er hat Gerüchte gehört, die stimmen.

Ein Mann aus seinem Fleisch und Blut darf und kann nicht schwul sein. Also ist es nicht von ihm. Kann es nicht von ihm sein. Daher: "Der ist nicht von mir!"
Ein angesprochenes Geheimnis, das unbeantwortet blieb kommt zwischen den Zeilen ans Tageslicht. Und Mutter in ihrem Wahn, egoistisch und ich-bezogen wie sie ist, bezieht die auf mich gerichtete Anschuldigung auf sich. Mutter halt.
Sie liebt mich abgöttisch und zerstört mich mit ihrer Liebe. Aus Hass zum Vater zieht sie ihre Liebe von mir, was mir zuwider ist. Emotional von der Mutter vergewaltigt, flüchte ich in die Arme fremder Männer.

Djahliah: Moslem, Türke, Schwul. Das Intellektuelle dient nicht zur Sache.

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